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Endlich am Ziel: Hilfslieferung von MOAS erreicht Menschen im Jemen

Nach langer Zitterpartie übergeben Partner vor Ort Medikamente und medizinische Ausrüstung im Wert von 130.000 Euro an Versorgungszentren bei Aden

Valletta, 10. September 2019. Nach einer wochenlangen Zitterpartie konnte der MOAS-Partner ADRA Anfang September wichtige Medikamente und medizinische Ausrüstung im Jemen ausliefern. Der Direktor der zentralen Stellen für medizinische Grundversorgung und Lebensmittelverteilung, Dr. Aref Ayyash Ahmed, nahm die Spende im Verwaltungsbereich Lahj nahe der Hafenstadt Aden entgegen. Weitere Regionen folgen in den nächsten Tagen.

MOAS-Direktorin Regina Cattrambone: „Wir sind sehr erleichtert, dass die Medikamente sicher ihr Ziel erreicht haben. Es ist zurzeit außerordentlich schwer, Hilfsgüter in den Jemen zu bringen und einen sicheren Transport im Land zu garantieren. Aber dank unserer Partner von ADRA bekommen die Kinder, Mütter und Väter vor Ort nun die medizinische Unterstützung, die sie dringend benötigen.“ Wochenlang hatten der Transport sowie die Zollkontrollen gedauert, bis der Container mit Medikamenten und medizinischer Ausrüstung im Wert von 130.000 Euro endlich die Grenze passieren durfte. ADRA sorgte schließlich für einen sicheren Transport zur Verteilstelle.

Gegen Müttersterblichkeit und Mangelernährung

Mehr als die Hälfe der medizinischen Hilfsgüter – Medikamente und medizinische Ausrüstung im Wert von etwa 72.000 Euro – soll dabei helfen, die Müttersterblichkeit zu senken. Laut aktuellen Zahlen der Vereinten Nationen gehört der Jemen zu den Ländern mit der höchsten Müttersterblichkeitsrate in der Region. Auf 100.000 Lebendgeburten kommen demnach 385 mütterliche Todesfälle bei oder nach der Geburt. Rund 71 Prozent der Schwangeren und stillenden Frauen sowie etwa 86 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren leiden zudem unter Eisenmangelanämie. Diese Folge dauerhafter Mangelernährung betrifft insgesamt rund sieben Millionen Menschen im Jemen. Die Lieferung von MOAS umfasst daher auch Eisen- und Vitaminpräparate.

Cholera-Epidemie bekämpfen

Dringend benötigte Medikamente zur Bekämpfung der Cholera gehören ebenfalls zu der Hilfsgüterlieferung von MOAS. Der Jemen erlebt derzeit die schlimmste Cholera-Epidemie seiner Geschichte. Seit Ende 2016 verzeichnete medizinisches Personal vor Ort mehr als 1,3 Millionen Verdachtsfälle und fast 2.800 Todesfälle. Für 2019 rechnen Fachleute mit 350.000 Cholerafällen. Insgesamt übergibt MOAS Infusionslösungen und Medikamente gegen Wasser-, Salz- und Mineralstoffverlust bei Cholera im Wert von 10.000 Euro an die lokalen Partnerorganisationen. Cattrambone: „Unsere Aktion wäre ohne die großzügige Unterstützung von action medeor, Stiftung Aktion Pro Humanität und der Stiftung von Familie Seibt nicht möglich gewesen. Sie helfen dabei, die Hoffnung dort am Leben zu erhalten, wo sie am meisten gebraucht wird. Dafür danken wir unseren Partnern von Herzen.“

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(Foto: ADRA Yemen)

Hintergrund zu MOAS

MOAS ist eine eingetragene gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Malta, die Migrantinnen und Migranten in Not hilft. 2014 als eine private Initiative gegründet, war MOAS die erste NGO im Mittelmeer, die Flüchtende auf der gefährlichen Reise von Libyen nach Italien rettete. Mit ihrem Rettungsschiff M.Y. Phoenix hat MOAS über 40.000 Kindern, Frauen und Männern im Zentralen Mittelmeer und der Ägäis geholfen. MOAS arbeitete im Zentralen Mittelmeer unter Anweisung der Leitstelle für Seenotrettung in Rom (MRCC) und kooperierte mit erfahrenen Seeleuten sowie Such- und Rettungskräften.

Im September 2017 verlagerte MOAS ihre Mission nach Südostasien, wo sie sich in zwei Hilfestationen für Rohingya-Flüchtende einsetzt. Bereits 90.000 Menschen konnte die Initiative dort medizinisch und psychologisch versorgen. Seit Frühling 2019 unterstützt MOAS mit Lieferungen von wichtigen Hilfsgütern den Jemen.

Als gemeinnützige Organisation finanziert sich MOAS vollständig aus Spenden und ist für die kommenden Einsätze auf weitere Unterstützung angewiesen.

Website: www.moas.eu/de
Twitter: https://twitter.com/moas_eu
Facebook: www.facebook.com/migrantoffshoreaidstation

Für weitere Informationen oder Interviewwünsche kontaktieren Sie bitte das MOAS- Pressebüro in Deutschland:

Julia Valtwies

MOAS – Migrant Offshore Aid Station
c/o Mann beißt Hund – Agentur für Kommunikation

Stresemannstraße 374, 22761 Hamburg
Tel.: +49 (0)40/890 696-24 | Fax +49 (0)40/890 696-20
E-Mail: jv@mann-beisst-hund.de, Web: www.moas.eu/de

Für internationale Anfragen kontaktieren Sie bitte das MOAS-Pressebüro in Malta:

pr@moas.eu, +356 2131 0047

Spenden sind wie folgt möglich:

Direkt über das Spendenformular auf www.moas.eu/de/donate oder per Überweisung:

  • Empfänger: MOAS Migrant Offshore Aid Station
  • Bank: Hamburger Sparkasse
  • IBAN: DE48 2005 0550 1002 2118 01 / BIC: HASPDEHHXXX
  • Kontonummer: 1002 2118 01 / BLZ: 200 505 50