Andaman Mission

Oktober 2015 – Mai 2016

Machen Sie mit! Unterstützen Sie die humanitären Aktivitäten von MOAS!

Golf von Bengalen

Als das Herbstwetter Ende 2015 einen Rückgang der Migrantenüberfahrten im zentralen Mittelmeer erzwang, verlegte MOAS die M.Y. Phoenix in die Bucht von Bengalen und die Andamanensee. Von Oktober 2015 bis Mai 2016 überwachte das Schiff diesen südostasiatischen Seeweg, auf dem Tausende von Rohingya versuchten, ein besseres Leben zu erreichen.

Flüchtlinge und Migranten reisten 1.500 Seemeilen nach Malaysia, auf der Suche nach Sicherheit und Arbeitsplätzen. Viele von ihnen wurden an Bord von Fischtrawlern gelockt und auf Zahlung von Lösegeld erpresst. Oftmals wurden sie, wenn sie es dann an Land schafften, dort erneut erpresst.

Im Gegensatz zu anderen Teilen der Welt verursachte die Andamanroute zahlreiche Todesfälle von Flüchtlingen aufgrund der brutalen Bedingungen und Morde, die sowohl auf See als auch an Land passierten.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) schätzte, dass die Sterblichkeitsrate auf der Andamanroute 2015 bei 1,2% lag. MOAS glaubt allerdings, dass die Todes- und Vermisstenraten viel höher waren. Wir vemuten dies, basierend auf unserer Forschung in Rohingya Flüchtlingslagern, Interviews mit Nichtregierungsorganisationen und auf Grund des Fehlens einer unabhängigen Überwachung.

Während des Einsatzes in der Andamanensee konnte MOAS seine diplomatischen Beziehungen ausweiten. Unser erfahrenes Such- und Rettungsteam arbeitete eng mit Interessensvertretern in Bangladesch, Myanmar, Thailand, Indien, Malaysia und Indonesien zusammen, um ein lebenswichtiges Netzwerk für den Informationsaustausch im Bereich Seenotrettung in der Region aufzubauen.

Unsere Schwesterorganisation Xchange hat eine Umfrage unter 1.000 Angehörigen der Rohingya-Minderheit durchgeführt, um zu verstehen, wie sie die Migration in der Region wahrgenommen haben (der Bericht kann hier gelesen werden).

Gegenwärtig führt MOAS seine Mission Südostasien 2017 auf dem Festland in Bangladesch durch und leistet humanitäre und medizinische Hilfe für die Flüchtlinge der Rohingya-Minderheit, die vor der Verfolgung in Myanmar fliehen.

Eine Rettungsleine fürs Überleben

Wir glauben, dass niemand es verdient auf See zu sterben. Deshalb hilft MOAS entlang der weltweit gefährlichsten Flüchtlingsrouten.