Flüchtlingsinitiative MOAS braucht Spenden, um weiter Menschenleben zu retten

Zahlreiche Spenden sichern den Einsatz von MOAS bis Oktober. Dringend mehr Geld für Wintermonate benötigt.

Berlin/Malta, 30. Juli 2015. Die private Flüchtlingsinitiative MOAS (Migrant Offshore Aid Station) ist dringend auf Spenden angewiesen, um weiterhin Flüchtlinge sicher ans europäische Festland zu bringen. Seit Ende August 2014 hat das internationale Team mit dem ehemaligen Fishtrawler „M. Y. Phoenix“ bereits mehr als 8.000 Kinder, Frauen und Männer, die aus ihren Heimatländern geflüchtet waren, aus dem Mittelmeer gerettet. Spender aus ganz Europa, vor allem Deutschland, konnten die Mission mittlerweile bis Oktober 2015 sichern. Um auch in den harten Wintermonaten mit rauer See Menschenleben retten zu können, braucht MOAS dringend weitere Spenden. Im nächsten Jahr soll die dritte MOAS-Mission starten.

Seit Mai 2015 half MOAS 17 Flüchtlingsbooten in Seenot, versorgte die von der Flucht gezeichneten Kinder, Frauen und Männer und brachte sie zunächst nach Italien. Koordiniert werden die Einsätze vom Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC), der Leitstelle zur Seenotrettung im Mittelmeer. MOAS arbeitet zudem eng mit anderen privaten und staatlichen Einsatzschiffen zusammen, unter anderem mit zwei Schiffen von Ärzte ohne Grenzen. Auch an Bord der „M. Y. Phoenix“ sind die ehrenamtlich tätigen Mediziner im Einsatz, um die zumeist dehydrierten und geschwächten Menschen zu versorgen.

Drohnen im Einsatz
Besonders wichtig für die Zusammenarbeit mit den anderen Einsatzschiffen sind zwei Drohnen, die MOAS einsetzt, um Flüchtlingsboote genau zu orten und ein Bild von der Situation an Bord zu bekommen. Diese wichtigen Daten übermittelt MOAS auch dem MRCC und damit weiteren Einsatzschiffen. Bis Ende Oktober fliegen die sogenannten Camcopter nun definitiv weiter. Der österreichische Drohnen-Produzent Schiebel sicherte mit der größten Einzelspende in der MOAS-Geschichte den Einsatz der zwei Drohnen inklusive Personal für September und Oktober. Der Gegenwert: 600.000 Euro.

Druck auf die Staaten muss wachsen
„Als wir mit MOAS starteten, waren wir davon überzeugt, Menschen weltweit inspirieren zu können, etwas gegen diese Krise zu unternehmen. Unser Einsatz ist ein konkretes Ziel, das sie moralisch und finanziell unterstützen können. Es freut uns, dass so viele Menschen unserem Aufruf, ‚Niemand verdient es, auf See zu sterben‘, folgen“, so MOAS-Initiator Christopher Catrambone. Wie das UNO-Flüchtlingshilfswerk kürzlich berichtete, hat MOAS gemeinsam mit anderen privaten und staatlichen Einsatzschiffen einen erheblichen Beitrag dazu geleistet, dass weniger Menschen auf See umkamen.

Catrambone: „Die Wahrheit ist, dass noch nicht genug getan wird. Der öffentliche Druck auf die europäischen Staaten muss weiter wachsen, um das Sterben im Mittelmeer zu verhindern. Spenden an MOAS und andere NGOs helfen, diesen Druck hochzuhalten und den Staatschefs zu zeigen, dass die Bevölkerung nicht länger zusehen will.“

Unterstützung aus Deutschland
Mit einer großen Spendenaktion zum internationalen Flüchtlingstag im Juni 2015 sammelten das Erzbistum Köln, die Caritas und Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck 250.000 Euro für MOAS. Über die Kampagnenwebsite avaaz.org kamen 450.000 Euro zusammen. Unentgeltlich unterstützt der deutsche Schauspieler Kristian Kiehling (u. a. „Verbotene Liebe“, ARD) das Projekt. Als Sohn einer lettischen Migrantin und eines Schiffkapitäns, der auf See verstorben ist, fühlt er sich der Arbeit von MOAS verbunden und hat sich mehrere Monate für sein Engagement freigehalten. Gemeinsam mit dem kanadischen Reporter Robert Young Pelton produziert er kurze Dokumentarfilme, um auf das Schicksal der Flüchtlinge aufmerksam zu machen und für die Arbeit von MOAS zu werben.

Hintergrund zu MOAS
Das Ehepaar Christopher und Regina Catrambone wollte dem Sterben der Flüchtlinge auf dem Mittelmeer nicht mehr tatenlos zusehen. 2013 ergriffen sie die Initiative und starteten auf Malta zusammen mit Martin Xuereb, dem ehemaligen Leiter der maltesischen Armee, das Projekt MOAS. Bereits in den ersten zwei Einsatzmonaten 2014 konnte die Crew so 3.000 Menschen auf ihrem lebensgefährlichen Weg nach Europa retten. 2015 waren es nach nur 2,5 Monaten bereits weit über 5.000.

Spenden sind wie folgt möglich:

  • Direkt über das Spendenformular auf www.moas.eu/de/donate
  • Überweisung:
    Empfänger: MOAS Migrant Offshore Aid Station c/o ASG
    Bank: Hamburger Sparkasse
    IBAN: DE48200505501002211801 / BIC: HASPDEHHXXX
    Kontonummer: 1002211801 / BLZ: 200 505 50

Weitere Informationen
www.moas.eu/de
twitter.com/moas_eu
www.facebook.com/migrantoffshoreaidstation