A MOAS rescue swimmer attempts to help several people who had fallen overboard from a rubber boat in the Central Mediterranean.

SICHERE UND LEGALE ROUTEN

In den vergangenen Jahren haben Nachrichten von tödlichen Schiffbrüchen und Rettungsaktionen im Mittelmeer unsere Nachrichten-Bildschirme dominiert. Traurigerweise sind wir dadurch taub für solche tragischen Nachrichten geworden. Stattdessen haben diese Geschichten der Rhetorik Vorschub geleistet, dass diese Unglücke handgemacht seien, und dem Narrativ von Angst sowie dem Zynismus einer gewissen Art von Politik in die Hände gespielt.

Sichere und legale Routen sind eine konkrete Lösung zum Beenden dieses Massensterbens.

Seit der ersten Mission von MOAS (Migrant Offshore Aid Station / Migrantenhilfsstation auf offener See), der Nichtregierungsorganisation (NGO), die meine Familie im Jahr 2014 gegründet hat und die als erste NGO Rettungsmissionen im Mittelmeer durchführte, haben wir miterlebt, wie Menschen auf See ihr Leben verloren.

Und obwohl wir wussten, dass unser Beitrag nicht die einzige Lösung für solch ein komplexes Problem sein kann, fühlten wir, dass es unsere Pflicht war, unseren Teil beizutragen, damit das Leiden im Mittelmeer ein Ende hat – und denjenigen, die sich in Sicherheit bringen wollen, eine Rettungsleine zuzuwerfen.

Zwischen August 2014 und 2017 wurden bei unseren Seenotrettungsmissionen im zentralen Mittelmeer und der Ägäis mehr als 40.000 Menschen gerettet. Es war uns eine Ehre, einen wesentlichen Beitrag zu der Rettung von Menschen zu leisten, die alles riskiert haben, um vor Krieg, Verfolgung und extremer Armut zu fliehen.

Das fortlaufende Sterben im Mittelmeer muss gestoppt werden. Wir müssen verzweifelten Menschen die Chance geben, sich auf sicherem und legalem Weg in Europa in Sicherheit zu bringen.

Im August 2017, nach dem europäischen Flüchtlingsabkommen mit Libyen, haben wir unsere Missionen gestoppt. Wir wollten nicht in die indirekten Zurückweisungsmechanismen involviert werden, die Menschen zurück in ein Land drängen, das kein sicheres Land für zurückkehrende Migranten ist – und noch nie war.

Fünf Jahre nach unserer Gründung glauben wir, dass wir nicht weiter das gesamte Management der Notsituation Mittelmeer gemeinnützigen Seenotrettungsorganisationen überlassen können – besonders jetzt, da wir im Gegensatz zu 2013 so viel mehr über diesen Migrationsstrom wissen: wo sie starten, was sie riskieren, welche Routen sie kreuzen und wo sie aufgehalten werden.

Es ist Zeit für konkrete Antworten!

Wir müssen einen Mechanismus kreieren, um die am stärksten Gefährdeten aus den rücksichtslosen Händen von Menschenschmugglern zu retten, um ihnen zu erlauben, die gefährlichen Migrationsrouten zu vermeiden, um internationale Verpflichtungen bezüglich des Rechts auf Asyl zu respektieren und Migrationsströme zu kontrollieren, damit den Zielländern Sicherheit gewährleistet werden kann. Das ist die Antwort, die wir von der internationalen Gemeinschaft brauchen. Die „Flüge der Hoffnung“ in verschiedenen europäischen Ländern einzuführen wäre ein Zeichen von Menschlichkeit und politischer Verantwortung. Denn dies ist ein angemessener Weg um sicherzustellen, dass Leute Europa von Transitländern aus sicher erreichen und angemessene psychologische Unterstützung, den nötigen rechtlichen Beistand und ein rechtsgültiges Integrationssystem vorfinden. Dasselbe gilt für die Initiative „Ero straniero – l’umanita che fa bene“, die ins italienische Parlament eingebracht wurde.

Globale Migration ist eine der größten Herausforderungen unseres Jahrhunderts, ein schwieriges und kontroverses Phänomen, das nur bewältigt werden kann, wenn man außerhalb der Grenzen des gegenwärtigen Systems denkt. Lasst uns der Menschlichkeit nicht den Rücken zudrehen.

 

REGINA CATRAMBONE

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