MOAS rettet 1.800 Flüchtende im Mittelmeer bei Großeinsatz an Ostern

Am Osterwochenende kam es im Mittelmeer zum bislang längsten und umfassendsten Rettungseinsatz von MOAS. 24 Stunden ohne Pause waren die Retter im Einsatz, um in enger Zusammenarbeit mit anderen Initiativen insgesamt etwa 1.800 Flüchtende vor dem Ertrinken zu bewahren.  

Valletta, 20. April 2017. 1.800 Menschen in Seenot konnten vom frühen Ostersamstag, 15. April, bis zum Morgen des Ostersonntags bei einem Großeinsatz gerettet werden, den  die Seenotrettungsaktion MOAS koordinierte. Da die Kapazitäten des MOAS-Schiffes nicht für die hohe Zahl an Flüchtenden ausreichten, rief die Crew andere Organisationen zu Hilfe. Die Rettungskräfte waren 24 Stunden durchgängig im Einsatz. Bereits am Karfreitag hatte MOAS 134 Migranten an Bord genommen und nach Italien gebracht.

„Was wir an diesem Osterwochenende erlebt haben, hat es noch nie zuvor gegeben. Es ist ein Wunder, dass wir es gemeinsam mit anderen Helfern geschafft haben, so viele Menschen auf der Flucht zu retten. Das verdanken wir dem professionellen Einsatz und der großen Anstrengung der Crew“, sagte MOAS-Gründer Christopher Catrambone.

Ablauf des Rettungseinsatzes: vereinte Kräfte für Flüchtende

Im Laufe des Ostersamstags sichteten die Mitarbeiter von MOAS insgesamt neun seeuntaugliche Schlauch- und Holzboote. Sie brachten 453 Männer, Frauen und Kinder auf dem MOAS-Schiff M.Y. Phoenix in Sicherheit. Die Geretteten wurden medizinisch betreut sowie mit Nahrung und Decken versorgt. Die Rettungskräfte bargen außerdem sieben Menschen, die auf der Flucht übers Mittelmeer ihr Leben verloren hatten, darunter einen achtjährigen Jungen.

Während sie auf die unterstützenden Schiffe anderer Hilfsorganisationen wartete, versuchte die Crew, die Situation vor Ort unter Kontrolle zu bringen. Mehr als 1.000 Menschen warteten stundenlang in ihren Schlauch- und Holzbooten auf Hilfe. Schlechte Wetterbedingungen in der Osternacht erschwerten es zunehmend, für die Sicherheit aller Beteiligten zu sorgen. Erst am Morgen des Ostersonntags waren alle Migranten dank der Unterstützung anderer Rettungsinitiativen, Händlerschiffe und Fischerboote in Sicherheit. Die Phoenix fuhr anschließend in den italienischen Hafen Augusta und übergab die Geretteten den örtlichen Behörden.

Im April steigt Gefahr für Flüchtlingskatastrophen

Der April gilt als einer der migrationsstärksten Monate. In den letzten Jahren kam es zu großen Katastrophen auf dem Mittelmeer: Am 19. April 2015 zum Beispiel kamen schätzungsweise 700 Menschen auf dem Weg über das Mittelmeer ums Leben, am 18. April 2016 starben bis zu 500 Menschen in Schiffswracks vor der libyschen Küste. Um eine weitere Tragödie vergleichbaren Ausmaßes zu verhindern, startete MOAS seine Mission in diesem Jahr bereits am 1. April.

„Jeden Tag riskieren Menschen auf der Flucht ihr Leben, während wir Zivilgesellschaften zuschauen. Wir müssen weiterhin die europäischen Regierungen dazu auffordern, entsprechend zu handeln, damit Menschen nicht sterben – weder in Libyen noch im Mittelmeer“, sagte Regina Catrambone, Mitgründerin und Direktorin von MOAS.

Hintergrund zu MOAS

MOAS ist eine privat finanzierte Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Malta, die Migranten in Seenot hilft. Seit der Gründung 2014 hat die Initiative 33.455 Menschen im Zentralen Mittelmeer und in der Ägäis gerettet. Im Frühjahr 2016 war ein Team zudem in Südostasien im Einsatz. Die Seenotrettungsorganisation ist mit dem 40 Meter langen Rettungsschiff M.Y. Phoenix unterwegs und nutzte im vergangenen Jahr zusätzlich Drohnen für die Suche auf See. MOAS kooperiert mit erfahrenen Teams aus Seeleuten sowie Such- und Rettungskräften, die mit Notfallhelfern zusammenarbeiten.

Als gemeinnützige Organisation finanziert sich MOAS komplett aus Spenden und ist für die kommenden Einsätze auf weitere Unterstützung angewiesen. In 2015 konnten 91 Prozent der finanziellen Hilfe für den laufenden Betrieb der Rettungsaktionen aufgewendet werden.

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