MOAS eröffnet zweite Hilfestation für Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch

Mit ihrer neuen Hilfestation bietet die Rettungsinitiative MOAS medizinische Versorgung für Geflüchtete im entlegenen Küstenort Unchiprang in Bangladesch.

Valletta/Unchiprang, 22. November 2017. MOAS hat eine zweite Einrichtung zur Akutversorgung von Rohingya-Flüchtlingen in den provisorischen Lagern von Unchiprang eröffnet. Ein spezialisiertes Team aus Medizinern, Apothekern, Logistikern und Kulturvermittlern stellt die umfassende Versorgung von Geflüchteten sowie von bengalischen Einwohnern, insbesondere von Schwangeren und Kindern, sicher. Erst im Oktober hatte die Initiative ihre erste Hilfestation im Küstenort Shamlapur errichtet.

MOAS leistet dringend benötigte Hilfe für Rohingya

Unchiprang liegt in einer abgelegenen Gegend im Süden von Bangladesch. Aufgrund von freilebenden Wildtieren und des unwegsamen Geländes ist die Gegend kaum erschlossen und es mangelt an Nahrung, Wasser, Sanitäranlagen und medizinischer Versorgung. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind die Menschen in Unchiprang besonders gefährdet und benötigten dringend Unterstützung. MOAS ist eine der ersten Hilfsorganisationen vor Ort.

„MOAS verfolgt das Ziel, dort humanitäre Hilfe zu leisten, wo sie am dringendsten benötigt wird. In Unchiprang mussten wir viele Hürden überwinden, doch dank unseres engagierten Teams in Bangladesch haben wir es geschafft, in weniger als zwei Monaten eine Hilfestation aufzubauen. Sie ist die modernste medizinische Einrichtung in der Region, in der wir hilfebedürftige Menschen umfassend versorgen können“, erklärt MOAS-Gründer Christopher Catrambone.

„Bis zu 300 Patienten am Tag können wir in Unchiprang behandeln, ebenso viele in unserer Hilfestation in Shamlapur“, ergänzt die Medizinische Direktorin von MOAS, Giada Bellanca.

Hochmoderne Hilfestation für eine umfassende medizinische Versorgung

Die Hilfestation in Unchiprang verfügt über mehrere Zelte für die ambulante und stationäre Behandlung. Hebammen und Gynäkologen betreuen die Schwangeren, die in einem eigenen Entbindungsraum ihre Kinder zur Welt bringen können. Für kleinere Operationen und die Behandlung von Verletzten steht ein chirurgischer Bereich zur Verfügung. Wer sich in einem besonders kritischen Zustand befindet, wird mit dem MOAS-Krankenwagen in das nächstgelegene Krankenhaus transportiert. Außerdem bietet MOAS kostenlos Medikamente sowie Traumatherapie an und setzt sich dafür ein, die hohe Unterernährungsrate bei Kindern zu bekämpfen.

Den Ärzten stehen hochmoderne Diagnosegeräte zur Verfügung, die die Gemeinschaft Sant’Egidio gespendet hat. Darüber hinaus ist die Station mit einem eigenen Energiesystem sowie einer unabhängigen Wasseraufbereitungsanlage ausgestattet.

Hintergrund zur Rohingya-Minderheit

Die Rohingya sind eine Minderheit im südostasiatischen Staat Myanmar. Obwohl sie seit Generationen dort leben, wird ihnen eine Staatsangehörigkeit verweigert und sie sind Diskrimination und Armut ausgesetzt. Seit Jahrzehnten suchen Angehörige der Rohingya Zuflucht in den Nachbarländern. Bangladesch hat seit 2012 mehr als 500.000 Menschen aufgenommen. Tausende von ihnen sind in Lagern notdürftig untergebracht. Nach Angaben der IOM sind mindestens 154.000 Rohingya-Kinder unter fünf Jahren von Mangelernährung bedroht.

Fotos: https://www.dropbox.com/sh/tlxf6aj1qdaddyw/AAD6aZaELbLDCudLjcZtXfvUa?dl=0

Video: https://vimeo.com/242275058

Hintergrund zu MOAS

MOAS ist eine eingetragene gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Malta, die Migranten in Not hilft. Ursprünglich als eine private Initiative im Jahr 2014 gegründet, war MOAS die erste NGO im Mittelmeer, um Flüchtende zu retten, die die gefährliche Reise von Libyen nach Italien antreten. Seitdem ist MOAS zu einer internationalen Organisation gewachsen, die mit ihrem Rettungsschiff M.Y. Phoenix über 40.000 Kinder, Frauen und Männer im Zentralen Mittelmeer und der Ägäis gerettet und unterstützt hat. MOAS arbeitete im Zentralen Mittelmeer unter Anweisung der Leitstelle für Seenotrettung in Rom (MRCC) und kooperierte mit erfahrenen Seeleuten sowie Such- und Rettungskräften. Im September 2017 verlagerte die Initiative ihre Mission nach Südostasien, um Rohingya-Flüchtenden zu helfen.

Als gemeinnützige Organisation finanziert sich MOAS komplett aus Spenden und ist für die kommenden Einsätze auf weitere Unterstützung angewiesen.

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Für weitere Informationen oder Interviewwünsche kontaktieren Sie bitte das MOAS- Pressebüro in Deutschland:

Marleen Kort
MOAS – Migrant Offshore Aid Station
c/o Mann beißt Hund – Agentur für Kommunikation

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