MOAS eröffnet erste Hilfsstation für Rohingya-Flüchtende in Südostasien

Die Such- und Rettungsinitiative MOAS setzt sich mit humanitärer Hilfe und medizinischer Versorgung für Rohingya-Flüchtende in Bangladesch ein.

Valletta, 10. Oktober 2017. MOAS reagiert auf die dramatische Situation der Rohingya-Flüchtenden in Bangladesch mit einer eigenen Rettungsmission und errichtet eine erste Hilfsstation in Shamlapur. In dem Küstenort nahe der Grenze zu Myanmar setzen sich spezialisierte MOAS-Hilfsteams für die medizinische und humanitäre Versorgung der Geflüchteten ein. Das Rettungsschiff M.Y. Phoenix bringt zusätzlich Hilfsgüter nach Bangladesch. In den letzten Wochen sind Tausende Rohingya, Angehörige einer ethnischen Minderheit in Myanmar, vor Verfolgung und  gewalttätigen Unruhen aus ihrer Heimat geflohen. Sie suchen Zuflucht in Bangladesch, wo sie in Notunterkünften ohne ausreichende Sanitäranlagen und medizinische Hilfe leben.

 „Solidarität und Barmherzigkeit kennen keine Grenzen“

„Menschen wie den Rohingya ist ein Leben in Sicherheit verwehrt”, begründet Regina Catrambone, Mitgründerin und Direktorin von MOAS, das Engagement. „Wir dürfen Gewalt und Misshandlung nirgendwo auf der Welt ignorieren. MOAS gibt den Unterdrückten eine Stimme und hat sich verpflichtet, den Schwächsten in fast vergessenen Regionen der Welt beizustehen. Solidarität, Barmherzigkeit und Menschlichkeit kennen keine Grenzen. Wir dürfen aber nicht nur darüber reden, sondern wir müssen sie auch leben.“

Hilfsstation sichert medizinische Versorgung

Die erste Hilfsstation hat MOAS in Shamlapur eingerichtet. Für viele fliehende Rohingya ist Shamlapur der erste Ankunftsort in Bangladesch. Zehn Ärzte und drei Pflegekräfte übernehmen die medizinische Versorgung in der Flüchtlingsunterkunft vor Ort. Wer dringend medizinische Hilfe benötigt, wird in die Hilfsstation gebracht, die über ein vollwertig ausgestattetes Behandlungszelt mit Wasseranschluss und sanitären Anlagen verfügt. Für Patienten in besonders kritischem Zustand steht ein Krankenwagen bereit, der sie in das nächstgelegene Krankenhaus bringt. Ein Team von hochqualifizierten Logistikern sorgt dafür, dass die Hilfsstation rund um die Uhr erreichbar ist.

Hilfslieferungen gegen Engpässe bei Lebensmitteln

Die Mitarbeiter des MOAS-Rettungsschiffs M.Y. Phoenix unterstützen den Aufbau der Hilfsstationen durch regelmäßige Lieferungen von wichtigen Hilfsgütern. Da viele Ressourcen in Bangladesch knapp sind, transportiert das Schiff Lebensmittel wie Reis, Salz, Öl, Zucker und Linsen aus den Nachbarländern zu den Hilfsstationen. Die M.Y. Phoenix, von vielen inzwischen als internationales Symbol der Hoffnung für Migranten und Flüchtende bekannt, bringt darüber hinaus auch sogenannte Non-Food-Hilfsgüter nach Bangladesch. Die erste Ladung Nahrungsmittel und Hilfsgüter wurde bereits im Hafen von Chittagong gelöscht.

MOAS koordiniert ihre Aktivitäten mit anderen Nichtregierungsorganisationen und Akteuren vor Ort. Dabei richtet sich die Initiative nach dem Koordinationsverfahren der Inter Sector Coordination Group (ISCG), die von der International Organisation for Migration (IOM) geführt wird.

Hintergrund zu den Rohingya-Flüchtenden

Die Rohingya sind eine Minderheit im südostasiatischen Staat Myanmar. Obwohl sie seit Generationen dort leben, wird ihnen eine Staatsangehörigkeit verweigert und sie sind Diskrimination und Armut ausgesetzt. Seit Jahrzehnten suchen Angehörige der Rohingya Zuflucht in den Nachbarländern. Bangladesch hat seit 2012 mehr als 500.000 Menschen aufgenommen. Tausende von ihnen sind in Lagern notdürftig untergebracht. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind mindestens 154.000 Rohingya-Kinder unter fünf Jahren von Mangelernährung bedroht.

MOAS Aid Station Infographic

Hintergrund zu MOAS

MOAS ist eine eingetragene gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Malta, die Migranten in Seenot hilft. Ursprünglich als eine private Initiative im Jahr 2014 gegründet, war MOAS die erste NGO im Mittelmeer, um Flüchtende zu retten, die die gefährliche Reise von Libyen nach Italien antreten. Seitdem ist MOAS zu einer internationalen Organisation gewachsen, die über 40.000 Kinder, Frauen und Männer im Zentralen Mittelmeer und der Ägäis gerettet und unterstützt hat.

MOAS ist mit dem 40 Meter langen Rettungsschiff M.Y. Phoenix unterwegs und nutzte im vergangenen Jahr zusätzlich Drohnen für die Suche auf See. MOAS arbeitete im Zentralen Mittelmeer unter Anweisung der Leitstelle für Seenotrettung in Rom (MRCC) und kooperierte mit erfahrenen Seeleuten sowie Such- und Rettungskräften. Im September 2017 verlagerte die Initiative ihre Mission nach Südostasien, um Rohingya-Flüchtenden zu helfen.

Als gemeinnützige Organisation finanziert sich MOAS komplett aus Spenden und ist für die kommenden Einsätze auf weitere Unterstützung angewiesen.

www.moas.eu/de
twitter.www.com/moas_eu
www.facebook.com/migrantoffshoreaidstation

Video: https://vimeo.com/236709170
Fotos: https://we.tl/8P1n8IfIG4

Infografik zum Download: https://we.tl/J8UdYxkOuK

Für weitere Informationen oder Interviewwünsche kontaktieren Sie bitte das MOAS- Pressebüro in Deutschland:

Marleen Kort
MOAS – Migrant Offshore Aid Station
c/o Mann beißt Hund – Agentur für Kommunikation

Stresemannstraße 374, 22761 Hamburg
Tel.: +49 (0)40/890 696-12 | Fax +49 (0)40/890 696-20
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Für internationale Anfragen kontaktieren Sie bitte die MOAS-Pressebeauftragte in Malta:

Federica Brunini, fbrunini@moas.eu bzw. 356 798 495 91

Spenden sind wie folgt möglich:
•    Direkt über das Spendenformular auf www.moas.eu/de/donate
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  • Empfänger: MOAS Migrant Offshore Aid Station
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